I: Dokumentation insbesondere betreffend die Deportation nach Izbica am 22.04.1942 (1941-1942)
Form und Inhalt
Enthält:
Akten der Staatspolizeileitstelle Düsseldorf: Korrespondenz, Befehle und Regularien betreffend die Deportationen von Jüdinnen und Juden: Ordner 1, 17.10.1941-15.07.1942.
Enthalten sind (thematisch gelistet):
I. Korrespondenz und Richtlinien betreffend die geplanten Deportationen
• „Richtlinien zur technischen Durchführung“ der Deportation von Juden und Jüdinnen in das Generalgouvernement, 7Bl. mit 4 Anlagen, undatiert (Doc ID 82164556- 82164563). Darin finden sich u.a. Regelungen bezüglich der zuständigen Behörden, der Beschaffenheit der Züge der Deutschen Reichsbahn, des betroffenen Personenkreises, der Anzahl der Deportierten pro Deportation, der mitzunehmenden Gegenstände, Bargeldbeträge und Verpflegung; des Einsatzes jüdischer Ordner und Ärzt/-innen; der Abmeldung bei den Meldebehörden; der Zusammensetzung des Personals der Ordnungspolizei, welches die Deportation begleiten sollte. In der Anlage 3 findet sich ein Rundschreiben des RSHA (Abschrift) vom 10.01.1941, betreffend die Deportation von Jüdinnen und Juden und von als „Zigeunern“ Verfolgten.
• Geheimer Schnellbrief des Reichssicherheitshauptamts (RSHA) (gez. Eichmann) an alle Stapo(leit)stellen (auch Sudetengau und Wien) und an die Inspekteure der Sicherheitspolizei und des SD, betreffend Regularien der Deportationen und die statistische Erfassung der jüdischen Bevölkerung, 5 Bl. Berlin, 31.01.1942 (Doc ID 82164542).
• Schreiben der Stapoleitstelle Düsseldorf, betreffend Bestimmungen bezüglich der bevorstehenden Deportation von 1000 Jüdinnen und Juden, 5 Bl., 17.03.1942.
• Schreiben der Stapoleitstelle Düsseldorf an die Landräte in Grevenbroich und Moers betreffend Ablauf der Deportation am 22.04.1942 (Transport zunächst nach Mönchengladbach), 17.04.1942.
• Fernrundschreiben der Stapoleitstelle Düsseldorf an das RSHA (Eichmann), den Befehlshaber der Sipo und des SD Krakau und den SS und Polizeiführer im Distrikt Lublin, 22.04.1942 (Doc ID 82164612).
• Schreiben der Stapoleitstelle Berlin an das RSHA, mit statistischen Auswertungen (Berufsgruppen der Deportierten), Informationen zu Zwangsarbeiter/-innen aus kriegswichtigen Betrieben, Überweisungen auf das Sonderkonto „W“ der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland und Suizid- und Fluchtfälle vor der Deportation, 29.04.1942 (Doc ID 82164619).
• „Auszug aus der Niederschrift der Arbeitstagung des Inspekteurs der Sicherheitspolizei und des SD mit den Leitern der Staatspolizei(leit)stellen des Inspekteurbereichs in Düsseldorf am 04.05.1942, betreffend den Antrag des Gauleiters der Stadt Köln, die Deportationen aus Köln zu beschleunigen (Doc ID 82164646).
II. Statistische Erfassung der jüdischen Bevölkerung
• Rundschreiben der Stapoleitstelle Düsseldorf u.a. an die Gestapo-Außendienststellen Essen und Wuppertal, betreffend die statistische Erfassung von Jüdinnen und Juden, mit handschriftlich ergänzten Zahlen für die einzelnen Städte und Landkreise, 06.02.1942 (Doc ID 82164548).
• Statistische Aufstellungen zu Jüdinnen und Juden verschiedener Gestapo-Außendienststellen und Gemeinden im Gestapobereich Düsseldorf; Sammelbogen mit Auswertung der Ergebnisse; diesbezügliche Fernschreiben der Stapoleitstelle Düsseldorf an das RSHA, 06.02.-09.02.1942 (Doc ID 82164549-82164553).
• Fernschreiben der Stapoleitstelle Düsseldorf an das RSHA, betreffend statistische Angaben zu Personen, die nach Theresienstadt deportiert werden sollen, 27.05.1942 (Doc ID 82164633).
III. Einsatz von (Sonder-)zügen
• Fahrplanauszug des Zuges Da 52 von Düsseldorf-Derendorf nach Trawniki, undatiert.
• Muster: Abfahrts- und Ankunftsmeldung (der Deportationszüge) (Doc ID 82164560- 82164561). Die Dokumente sind den „Richtlinien zur technischen Durchführung“ der Deportation als Anlagen angehängt.
• Bericht, verfasst von Hermann Waldbillig (Mitarbeiter des Düsseldorfer „Judenreferates“), über die Besprechungen mit den Reichsbahndirektionen Wuppertal und Köln betreffend die Bereitstellung von (Sonder-)zügen für die Deportationen aus (und über) Düsseldorf in die besetzten Ostgebiete, 17.04.1942 (Doc ID 82164591). In diesem Kontext wurde Trawniki (der eigentliche Zielort der Deportation vom 22. April 1942), korrigiert und Izbica als neues Ziel festgelegt.
IV. Begleitmannschaften der SS und Polizei
• Schnellbrief des Chefs der Ordnungspolizei betreffend Ausrüstung und Bewaffnung der Begleitmannschaften von Deportationen, 2Bl., 26.01.1942 (Doc ID 82164563). Das Schreiben ist Teil der Anlage zu den Richtlinien der Deportationen.
• Schreiben der Stapoleitstelle Düsseldorf betreffend Einsatz von Beamten (Polizei, SS und Waffen-SS) im Rahmen der Deportation von Jüdinnen und Juden aus Düsseldorf-Derendorf am 21./22.04.1942, 2Bl., 15.04.1942. Enthalten sind Name, Position und Zuständigkeit der einzelnen Beamten.
V. Einziehung des Vermögens der deportierten Jüdinnen und Juden
• Richtlinien des RSHA betreffend die Einziehung des Vermögens der in das Generalgouvernement bzw. nach Minks und Riga deportierten Jüdinnen und Juden, mit verschiedenen Anhängen, 30.10.-03.12.1941 (Doc 82164564-82164570). Darunter finden sich Schreiben der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland u.a. an die Jüdischen Kultusvereinigungen, betreffend bürokratische und organisatorische Abläufe der Deportationen und die Einziehung von Vermögen, je 2 Bl. (Abschriften), 30.10.1941-12.11.1941.
• Korrespondenz und Notizen der Städtischen Sparkasse Essen, bzw. verschiedener Gestapo-Außendienststellen und der Stapoleitstelle Düsseldorf betreffend Sparkassenbücher, Wertpapiere und (Lebens)versicherungen einzelner Deportierter (mit Beträgen), 23.04.-29.04.1942.
• Aufstellung und Korrespondenz über die zu Gunsten des NS-Staates eingezogenen Besitztümer der nach Izbica deportierten Jüdinnen und Juden, 27.04.-04.05.1942.
• Schreiben (mit dazugehörigem Verzeichnis) des Deutschen Roten Kreuzes – Kreisstelle Düsseldorf an die Stapoleitstelle Düsseldorf, betreffend den Erhalt von Nahrungsmitteln, Medikamenten und Gebrauchsgegenständen zur Verwendung im Soldatenheim, in der Truppenerfrischungs- und Verpflegungsstelle Hauptbahnhof bzw. in den Düsseldorfer Reservelazaretten, 23.04.-04.05.1942, Doc ID 82164617.
• Schreiben der Stapoleitstelle Düsseldorf betreffend Ausstattung des Hausmeisters [Karl] Roth mit einem vor der Deportation nach Izbica eingezogenen Anzug, 18.05.1942, Doc ID 82164630.
• Korrespondenz verschiedener Städtischer Sparkassen (darunter Essen, Telgte, Kettwig), der Stapoleitstelle Düsseldorf, des Reichsministers des Innern und dem Oberfinanzpräsidenten Düsseldorf, betreffend Einziehung des Vermögens der deportierten Jüdinnen und Juden und die Überweisung auf das sogenannte Sonderkonto „W“. Enthalten ist auch eine Quittung der Commerzbank Köln sowie ein Schreiben der Bezirksstelle Rheinland der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, 22.04.-28.05.1942, u.a. Doc IDs 82164622-82164625; 82164629; 82164643.
• Vermerk und Korrespondenz der Stapoleitstelle Düsseldorf und des Amtsgerichtsdirektors betreffend die Bereitstellung und Entlohnung von Gerichtsvollziehern zwecks Einziehung jüdischen Vermögens, 17.04.-02.07.1942 (u.a. Doc ID 82164615; 82164635).
VI. Debatten um die Deportation von jüdischen Zwangsarbeiter/-innen in kriegswichtigen Betrieben
• Verschiedene Schreiben des Arbeitsamtes Essen an die Gestapo-Außendienststelle Essen, betreffend die geplante Deportation jüdischer Zwangsarbeiter/-innen der beiden Baufirmen Giessler und Kurz (RWE), der Firmen Schuler u. Co. und Vita Zahnfabrik in Essen, 19.03.-17.04.1942 (u.a Doc ID 82164579-82164581). Hinweis: Die Baufirmen Giessler und Kurz arbeiteten für den Energieversorger RWE in Essen.
• Schreiben des Reichsarbeitsministers an den Präsidenten der Landesarbeitsämter, betreffend Einsatz von jüdischen Zwangsarbeiter/-innen in kriegswichtigen Betrieben, 27.03.1942 und dazugehörige Berichte (18.04.1942, Doc ID 82164592).
VII. Suizide und Flucht von Betroffenen vor der Deportation
• Fernschreiben der Gestapo-Außendienststelle betreffend den Suizid von Mitgliedern der Familie Michelsohn vor der Deportation, 20.10.1941 (Doc ID 82164554).
• Fernschreiben und Korrespondenz verschiedener Gestapo-Außendienststellen bezüglich einzelner Jüdinnen und Juden, die vor ihrer Deportation geflüchtet sind oder Suizid begingen, 20.04.-23.04.1942 (Doc ID 82164597-82164598). Zu Julius und Auguste Meier, sowie Else Frankenberger findet sich weitere Korrespondenz im Ordner 2 der Akten der Stapoleitstelle Düsseldorf (Doc ID 82164686).
VIII. Proteste gegen die Deportation von Angehörigen
• Vermerke und Korrespondenz u.a. zwischen der Gestapo-Außendienststelle Wuppertal und der Stapoleitstelle Düsseldorf betreffend Protesttelegramme von Angehörigen gegen die Deportation ihrer Kinder als „Mischlinge“, eingereicht beim Innenministerium, und die erfolgte Deportation, 21.04.-05.05.1942 (Doc ID 82164599-82164601).
• Schreiben der Stapoleitstelle Düsseldorf betreffend Auskunftserteilung der polizeilichen Meldeämter über die deportierten Jüdinnen und Juden, in zweifacher- Ausfertigung, 05.05.1942.
IX. Räumung sog. Judenhäuser
• Schreiben der Gestapo-Außendienststelle Essen an die Stapoleitstelle Düsseldorf, betreffend Luftangriffe und Räumung sog. Judenhäuser für die nicht-jüdische Bevölkerung, 14.04.1942 (Doc ID 82164583).
X. Listen und Korrespondenz mit Angaben zu (einzelnen) Deportierten oder Personengruppen, die von der Deportation ausgeschlossen waren
• 3 Untersuchungsbefunde zu Einzelpersonen, die deportiert werden sollten, Mühlheim/Ruhr, 16.04.1942.
• Fernschreiben von Eichmann an die Leiter verschiedener Stapo(leit)stellen, betreffend von der Deportation nach Riga und Minsk ausgenommene Personengruppe (Inhaber des Verwundetenabzeichens), und ergänzende Kommentare, 13.04.-19.04.1942.
• Fernschreiben des RSHA betreffend die Deportation von Familienangehörigen von KL-Häftlingen, 16.06.1942 (Doc ID 82164634).
• Fernschreiben des RSHA (gez. Eichmann) an diverse Stapo(leit)stellen betreffend die Deportation von Mitarbeiter/-innen der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, 22.04.1942 (Doc ID 82164605-82164606).
• Alphabetische Liste der Stapoleitstelle Düsseldorf zu Jüdinnen und Juden, die am 22.04.1942 aus dem Gestapobereich Düsseldorf nach Izbica deportiert wurden und staatenlos waren, eine (ehemals) polnische oder nicht deutsche Staatsangehörigkeit hatten, 5 Bl., 10.06.1942.
• Alphabetische Liste der Stapoleitstelle Düsseldorf zu 13 Jüdinnen und Juden, die am 15.07.1942 aus dem Gestapobereich Düsseldorf nach Izbica deportiert wurden und staatenlos waren, bzw. eine (ehemals) polnische oder sowjetische Staatsangehörigkeit hatten, 1 Bl., undatiert.
Abgebende Stelle
nicht ersichtlich
Aufbewahrungsort der Orginale
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen


