Korrespondenz: Einsatz sowjetischer Kriegsgefangener; „Entlassungen“ in die Wehrmacht / SS-Division Dirlewanger; Auszeichnung für Erschießungen; Entwurf „Ausarbeitung für die Gewähr eines sicheren Gefangenen-Transports“ (1943-1945)
Form und Inhalt
Enthält:
I) Korrespondenz zwischen dem KL Flossenbürg (intern: Schutzhaftlagerführer / Lagerarzt) und dem SS-WVHA (Amtsgruppe D) über den Umgang mit sowjetischen Kriegsgefangenen, betreffend deren „Freigabe“ zur Zwangsarbeit und den Einsatz als Steinmetzlehrlinge, 07.01.-29.03.1943.
II) 1-seitiger maschinenschriftlicher Entwurf vom 18.09.1943: „Ausarbeitung für die Gewähr eines sicheren Gefangenen-Transports“, mit handschriftlichen Ergänzungen, unterschrieben von einem SS-Untersturmführer. Gegenstand des Schriftstücks sind Neuregelungen bezüglich Häftlingstransporten (Logistik und Überwachung) aufgrund eines Befehls des Lagerkommandanten Kögel. Das Schreiben gibt Einblick in die bisherige Praxis von Häftlingsüberstellungen und Transporten. Sowjetische Kriegsgefangene werden extra erwähnt.
III) "Entlassungen" zur Wehrmacht und ins SS-Regiment Dirlewanger:
- Rundschreiben der Amtsgruppe D an die Lagerkommandanten diverser KL, betrifft Erstellung von Listen zu „Schutzhäftlinge[n], die zum Zwecke der Einberufung zur Wehrmacht aus der Schutzhaft entlassen worden sind (Überprüfung durch das OWK)“, 18.09.1943.
- Antwortschreiben des Lagerkommandanten an das SS-WVHA, betrifft Liste über zur Wehrmacht „entlassene“ Häftlinge, 28.09.1943.
- Rundfernschreiben von Rudolf Höß an diverse KL, betrifft Aufhebung des Erlasses hinsichtlich Erstellung von Listen („Entlassung“ in die Wehrmacht) (vgl. imag. 204), 26.10.1944.
- Fernschreiben von Rudolf Höß (seit 1. Mai 1944 Chef des Amtes D 1 im WVHA) an KL Flo, betrifft Listen über Häftlinge, die ins SS-Regiment Dirlewanger eingezogen werden können, 23.02.1945.
IV) Folgeseite eines Schreibens des Lagerkommandanten, betrifft „schwache Häftlinge“, die „zur Fertigung der von der Firma Schwarz & Co. in Hamburg gelieferten Materialien verwendet werden.“ Betrifft die Situation nach Bombenangriffen auf Hamburg und die Möglichkeit, 500 der Häftlinge in ein anderes KL zu überstellen, undatiert, ca. 08.1943. Die erste Seite fehlt.
V) Schreiben der Waffen-SS Kommando B5, Lobositz (Leitmeritz), an den Leiter der Verwaltung des KL Flossenbürg Kirshammer, betrifft „Sonderzulage bei Exekutionen“, 27.09.1944.
VI) Außenlager Triebschitz:
- Schreiben des „Kriegsgefangenen-Arbeitskommandos“ Triebschitz III, betrifft außerplanmäßige Verpflegung der Häftlinge bei Transport, aufgrund von Bahnstreckenstörung, 21.10.1944.
- Bescheinigung des KL Flossenbürg über die Richtigkeit der erhaltenen Verpflegung der Häftlinge aus Triebschitz III, 21.10.1944.
VII) Schreiben des Außenlagers Hof-Moschendorf (Nordbayern) an die Hellerithabteilung im KL Flossenbürg, betrifft die Erhängung eines Häftlings im Außenlager, 21.02.1945. Es wird sich hierbei höchstwahrscheinlich um den Häftling Simon Sarnawsky handeln, der am 27.12.1944 in Hof-Moschendorf erhängt wurde.
VIII) Schreiben des Lagerkommandanten an die Gestapo – Staatspolizeistelle Chemnitz – betrifft „Häftlingseinweisung in die Lagerstufe II“, ohne Datum, der rechte Rand des Dokuments ist abgerissen.
Aufbewahrungsort der Orginale
Bundesarchiv Koblenz (Signatur: NS 4FL/ vorl. 14)
https://www.bundesarchiv.de/index.html.en


