Deportation aus Halle (Start in Kassel) nach Majdanek und Sobibor, 01.06.1942
Signatur
754200104Anzahl Dokumente
34
Form und Inhalt
Enthält:
Verzeichnisse zur Deportation von Jüdinnen und Juden (aus Kassel) über Halle nach Majdanek und Sobibor, 01.06.1942.
Am 01.06.1942 verließ der Deportationszug Kassel mit 508 Menschen (vgl. Teilbestand 1.2.1.1, VCC.155.XV, Sign.: 8230201). Unter den Deportierten fanden sich auch 9 Betroffene aus Schmalkalden (Thüringen), die bereits einen Tag zuvor nach Kassel transportiert worden waren (vgl. Sign. 754200105). Die Route des Koppelzuges führte u.a. über Halle. In dieser Untereinheit finden sich ausschließlich die Verzeichnisse zu den Betroffenen aus Halle und Umgebung.
I) Handschriftliche Notiz betreffend Anzahl der Jüdinnen und Juden in Halle, 24.08.1942.
II) Verzeichnis mit Angaben zu Name, Geburtsdaten, Familienstand, Staatsangehörigkeit und letzter Anschrift der Juden und Jüdinnen, die am 01.06.1942 aus Halle deportiert wurden (11Bl.). Unter den Betroffenen, die in Halle gesammelt wurden, fanden sich auch Jüdinnen und Juden aus Bitterfeld, Delitzsch, Eisleben, Klostermannsfeld, Naumburg, Weißenfels und Querfurt.
III) Verzeichnis der am 30.05.1942 deportierten „Mitglieder der Verwaltungsstelle Halle, der Bezirksstelle Sachsen-Thüringen, der Reichvereinigung der Juden in Deutschland“ mit Begleitschreiben der Jüdischen Kultusvereinigung Halle, 11.06.1942.
Die Verzeichnisse datieren auf den 30. bzw. 31.05.1942. Dieser Umstand resultiert möglicherweise daraus, dass die Betroffenen an den Tagen vor der Deportation erfasst wurden.
Der Datenbank der Gedenkstätte Yad Vashem zufolge, machte der Deportationszug mit rund 1.000 Jüdinnen und Juden aus Hessen und Sachsen einen Halt in Lublin, wo männliche Juden zur Zwangsarbeit im im KL Majdanek selektiert wurden. Anschließend ging die Route höchstwahrscheinlich an dem Transitlager Izbica vorbei ohne einen Stopp einzulegen, und führte direkt in das Vernichtungslager Sobibor.
Organisiert wurde die zweite Deportation aus Kassel, die ursprünglich für den 15. Mai 1942 geplant war und dann kurzfristig auf den 01. Juni 1942 verlegt wurde, von der Gestapo Kassel und der Gestapo Chemnitz. Deportiert wurden ganze Familien mit Kindern.


