Verzeichnis zur 2. Deportation aus Kassel über Lublin in das Vernichtungslager Sobibor, 01.06.1942 (Stand: 15.05.1942). Es handelt sich um eine Abschrift aus der Devisenbewirtschaftungsstelle des Finanzamtes Kassel-Innenstadt. Das Dokument war Teil der Akten der Gestapo Kassel.
Die Route des Koppelzuges führte u.a. über Halle. Das Verzeichnis zu den Betroffenen aus Halle und Umgebung findet sich in der Teileinheit 7.5.4, Sign. 754200104, das Verzeichnis zu den Betroffenen aus dem thüringischen Schmalkalden im gleichen Teilbestand, Sign. 754200104.
Der Datenbank der Gedenkstätte Yad Vashem zufolge machte der Deportationszug mit rund 1.000 Jüdinnen und Juden aus Hessen und Sachsen einen Halt in Lublin, wo männliche Juden zur Zwangsarbeit im KL Majdanek selektiert wurden. Anschließend ging die Route höchstwahrscheinlich an dem Transitlager Izbica vorbei ohne einen Stopp einzulegen, und führte direkt in das Vernichtungslager Sobibor.
Organisiert wurde die zweite Deportation aus Kassel, die ursprünglich für den 15. Mai 1942 geplant war und dann kurzfristig auf den 01. Juni 1942 verlegt wurde, von der Gestapo Kassel und der Gestapo Chemnitz. Deportiert wurden ganze Familien mit Kindern.