IKG Nürnberg
Signatur
DE ITS 7.5.23
Anzahl Dokumente
3252
Form und Inhalt
Die Sammlungsbestände der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg fügen sich aus Büchern, Schriften, Dokumenten, Archivalien und Ritualgegenständen zusammen.
Die beinhalteten Schriften stammen aus den Jahren 1650 bis 1945, von welchen der größte Teil in von 1880 bis 1940 gedruckt wurde. Es handelt sich hierbei um eine Vielzahl von Unikaten, die sich teilweise in schlechtem Erhaltungszustand befinden.
Etwa 4.500 Bände wurden zu einem unbekannten Zeitpunkt ohne Inventarnummern katalogisiert. Bei weiteren 3.500 Büchern - u.a. mit der Signatur „St“ versehen, was vermutlich einst für „Streicher“ oder „Stürmer“ stand - handelt es sich zum größten Teil um Judaika, Masonica sowie antisemitisches und volksverhetzendes Schrifttum.
Bis 1997 blieben etwa 1.200 Bände der Sammlung unbeachtet und unberührt.
Dieser Sammlungsbestand enthält überdurchschnittlich viele Herkunftsspuren, denn die handschriftlichen oder gestempelten Besitzhinweise, die sich vor allem auf den Buchumschlägen befinden, wurden nicht beschädigt oder entfernt.
Die Sammlung stellt sich nicht als Ergebnis eines eindeutig erkennbaren, inhaltlich bestimmten, Sammlungswillen dar, sondern als Ansammlung von Fragmenten verschiedener Schriftensammlungen. Sie ist höchst heterogen und zeigt nur an wenigen Stellen thematische Schwerpunkte.
Ergänzende Informationen:
• Raubgut = behördlich beschlagnahmte Bücher, enteigneter Besitz der jüdischen Bevölkerung und anderer verfolgter Personen und Körperschaften, unfreiwillig veräußerte Bücher aus dem Besitz von Verfolgungsopfern Raubgut aus den im zweiten Weltkrieg besetzten Gebieten.
• Körperschaften = akademische Einrichtungen (Akademien, Hochschule, Universitäten, Schulen), Archive, Behörden, Bibliotheken, Buchhandlungen, Kirchen, Synagogen, Kultusgemeinden, Logen, Museen, Zeitschriften, Gewerkschaften, Kultur- und Sportvereine
• Es lässt sich belegen, dass aus Wohnungen der deportierten jüdischen Bevölkerung Nürnbergs Bücher entwendet und der Stürmer Bücherei einverleibt wurden.
• Bisher konnten 2208 Vorbesitzer, 1912 Einzelpersonen und 296 Körperschaften z.B. Institutionen, Behörden, Verbände, Vereine, Bibliotheken oder Unternehmen namenhaft gemacht werden.
