SS-Sammellager Mecheln (Malines)
Signatur
DE ITS 1.1.24
Entstehungszeitraum
1942 - 1945
Anzahl Dokumente
8496
Form und Inhalt
Die Sammlung enthält v.a.:
Transportlisten, Deportationslisten (Auschwitz, Bergen-Belsen, Buchenwald, Ravensbrück), Korrespondenz zwischen dem Deutschen Roten Kreuz, dem Internationalen Roten Kreuz, dem Portugiesischen Roten Kreuz und Polizeibehörden; Personenverzeichnisse (befreite Personen, verstorbene Personen, geflüchtete Personen), Namentliches Verzeichnis von repatriierten Frauen, die zum Internierungslager Vittel deportiert wurden, Namentliches Verzeichnis von Personen, die in Zwangsarbeitslagern in Nordfrankreich interniert waren
Geschichte des SS-Sammellagers Mecheln (Malines) 1942-1944:
Am 27. Juli 1942 ließ die SS in der belgischen Stadt Malines (dt.: Mechelen) in einer alten Dossin-Kaserne das zentrale Sammellager für Juden errichtet, von wo diese in den Osten weiterdeportiert werden sollten. Zunächst waren nur ausländische Juden von den Deportationen betroffen. Der Chef der belgischen Zivilverwaltung, Eggert Reeder, meldete keinerlei Bedenken an, jüdische Ausländer und Flüchtlinge preiszugeben; die belgischen Juden hingegen wollte er schützen. Ab September 1943 waren auch diese vor Verhaftungen und Deportationen nicht mehr sicher. Bis zur Befreiung Belgiens im September 1944 wurden insgesamt 24.916 Juden und 351 Roma und Sinti aus dem Sammellager Malines vor allem in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Weniger als fünf Prozent von ihnen überlebten. Einige Juden konnten sich verstecken und im Untergrund überleben. Andere schlossen sich der Widerstandsbewegung an.
Quelle: Wetzel, Juliane: Belgien, Artikel in: Lexikon des Holocaust, hg. von Wolfgang Benz, München 2002, S. 26 und http://www.memorialmuseums.org/denkmaeler/view/77/Jüdisches-Deportations--und-Widerstandsmuseum [Stand 02.08.2012].
